BdP Stamm Graue Wölfe Friedrichsdorf e.V.

25 Jahre Taunusbezirk

25 Jahre Taunusbezirk

25 Jahre Taunusbezirk

2002 mit dem Taunusbezirk auf dem "Nassen Flecken"

Das traditionelle Pfingstlager sollte in diesem Jahr etwas ganz besonderes sein und das ist, wenn man schon einige Pfingstlager erlebt hat, wirklich schwierig. Den Zeltplatz am Nassen Flecken in Hoch-Weisel kennt man so gut wie keinen anderen, obwohl die Bäume mittlerweile eine stattliche Höhe erreicht haben und auch der riesige Platz durch die gepflanzten Baumgruppen und Hecken in schöne, kleinere einzelne Parzellen unterteilt wurde, die wie geschaffen waren für unser Stufenprogramm.

Aber fangen wir vorne an: Wie immer ging es Freitag Nachmittag am Heim in Friedrichsdorf los, aber das war es auch schon mit den Wiederholungen der letzten Jahre. Denn dieses Mal trafen sich über 80 Graue Wölfe am Pfadfinderheim, die nur darauf warteten, zwei Reisebusse zu stürmen. Diese hatten ein kleines Verkehrschaos unten auf der Straße verursacht. Aber Friedrichsdorfer Bürger warten ja gerne auf dem Weg zum Einkaufen, damit Pfadfinder Sippenkohtenauf ihr Lager kommen und wer noch nicht wusste, wo unser Heim zu finden ist, der hat sich nun in Anbetracht der Masse an Pfadfindern in blauen Hemden die Lage des Hauses gemerkt. Und so ging es dann los in Richtung Hoch-Weisel. Dort warteten mittlerweile die anderen 3 Busse, die die restlichen Stämme aus dem Taunusbezirk geholt hatten. Es waren die Vaganten aus Schwalbach, Hattsteiner aus Usingen, Turtles aus Frankfurt und Schinderhannes aus Kronberg. Dank des Technik-Teams stand die große Theaterjurte aus Friedrichsdorf schon in der Mitte des Lagerplatzes und so konnten die einzelnen Stufen direkt anfangen, ihre Jurten aufzubauen. Unsere Wölflinge bezogen Stellung in einer Doppeljurte, was bei 40 Wölflingen und 5 Meutenführungen auch notwendig gewesen ist. Die Pfadfinderstufe baute ihre Kohten links oberhalb des Lagerplatzes auf, während sich die Rover hinter den Hecken auf der rechten Seite versteckten.






Der Freitag Abend sollte von den Stämmen noch selber gestaltet werden. Die Friedrichsdorfer - als größte Einzelgruppe auf dem Bezirkslager - verzogen sich in die Theaterjurte, obgleich der Stammesabend relativ kurz werden sollte, denn es stand ja noch die Versprechensfeier auf dem Programm und die war durchaus auch etwas größer als gewöhnlich. Es gab 10 Wölflingshalstücher zu verleihen und Lisa und Helmi als Meutenführung bekamen zusätzlich zum blau/gelben Halstuch auch noch das Gelbe verliehen. In der Pfadfinderstufe bekamen Sascha (Sippe Milan), Dominik (Sippe Waschbär) und Philip (Sippe Grizzly) ihre Halstücher. Nach erfolgreichem Abschluss der Lilienprobe konnten Isabelle, Lisa, Lisanne, Ratti, Naddel, Wehri, Schoki, Daria, Passi und Prolog die Lilien verliehen werden. Diese 10 hatten in den Monaten vor dem Pfingstlager an zwei Wochenenden wichtige Pfadfindertechniken erlernt, sich mit rechtlichen und Versicherungsfragen beschäftigt und zu guter Letzt einen Erste Hilfe-Kurs gemacht. Nach diesen Mühen und der Lilienprobe am letzten Wochenende bekamen sie jetzt das verdiente Abzeichen unseres Bundes.

Nach dieser Mega-Versprechensfeier, die erst so spät stattfand, damit in der Dunkelheit die richtige Atmosphäre entstehen konnte, machten sich die Gruppen wieder auf den Heimweg. Viele gingen sofort todmüde in ihre Schlafsäcke, aber die Tapferen fanden sich noch zur Fortsetzung des Stammesabends mit Singen und gemütlichem Zusammensitzen in der Theaterjurte ein.

MeuteAm nächsten Morgen startete für die Meute das Programm unter dem Motto „Atlantis“, das es durch die Erfüllung schwieriger Aufgaben zu retten galt.
Die Pfadfinderstufe wurde in Lagersippen eingeteilt. Die einzelnen Sippen, die sich aus Pfadfindern der verschiedenen Stämme zusammensetzten, mussten sich bei einem Postenlauf ihr Mittagessen verdienen, das sie auf selbstgebauten Feuertischen kochten.
Die Rover gingen alles sehr gemächlich an. Nach einem ausgedehnten Frühstück fuhren fünf voll besetzte Pfadfinderautos in Richtung „Grube Fortuna“, einem Besucherbergwerk bei Wetzlar. Als wir wohlbehalten wieder das Tageslicht begrüßten, war es schon Mittag und wir genossen unser Mittagessen in der Sonne vor dem Bergwerk. Nach der Rückkehr zum Lager stand den Rovern ein gemütlicher freier Nachmittag bevor, der zum Relaxen in der Sonne, zum Umsehen auf dem Lager oder Begutachten der Resultate der Sippen und Meuten genutzt wurde.






RoverjurteEs sollte ja am Abend regnen und so musste dann auch zunächst mal die Wölflingsdoppeljurte richtig wasserdicht gemacht werden. Was sich als schwieriger herausstellte, als zunächst geplant war. Vielleicht war es aber auch dieser Tatsache zu verdanken, dass es das ganze restliche Wochenende nicht mehr als ein paar Tropfen regnete. Und alte Pfingstlagerhasen, die schon viele Lager erlebt haben, können bestätigen, es hat noch nie ein Pfingstlager gegeben wo es nicht regnete und danach nicht alle Planen zum Trocknen im Heim aufgehängt werden mussten. Der restliche Samstag Abend war dann als Stufenabend geplant. Und so zog sich jede Stufe in ihre Jurte zurück und begann ihr eigenes Abendprogramm. In der Rover Stufe stand dieser Abend unter dem Motto Frankreich und neben einer Weinprobe sowie einer hervorragenden Zwiebelsuppe wurden die alten Lieder ausgepackt und der Singeabend konnte beginnen. So ging es lustig bis laut in der Roverjurte zu, was sich bis zu einem erstaunenden Ereignis nicht änderte. Und auch das, kann man berichten, hat es noch nie gegeben. Plötzlich während des Singens piepte ein Handy, was natürlich zunächst das Gelächter aller auf den einen zog, der wieder mal sein Telefon nicht abstellen konnte. Doch nach Lesen der Nachricht lachte er plötzlich ganz alleine und das in einer Lautstärke... So machte nun das Mobiltelefon die Runde und als nächstes las Mike die SMS und auch er brach in schallendes Gelächter aus. Was konnte hier passiert sein? Die nächsten kamen hinzu und es konnte eigentlich keiner mehr aufhören zu lachen. Die Nachricht kam aus der Friedrichsdorfer Meutenjurte und beinhaltete zunächst die Beschwerde von Eva und Helmi, wir Rover mögen doch bitte nicht mehr ganz so falsch singen. Das Kuriose an dieser Bitte war, dass sich gleich daran der Wunsch nach einem Lied anschloss. So konnten wir natürlich keinesfalls aufhören und es wurde zunächst der Meutenwunsch erfüllt. So wurden die Rover also zur Jukebox und das über etliche Meter Lagerplatz und diverse Zelte hinweg. Auch Pfadfinder nutzen also die moderne Technik! So ging die Nacht weiter und als die letzten langsam den Weg in ihre Schlafsäcke fanden, graute bereits der Morgen.

Der Sonntagmorgen begann mit einem Pfadfinderfrühstück, das ausgiebig und gut gewesen ist. Danach sollte das Stufenprogramm fortgesetzt werden. Die Meute stürzte sich in ihr AG-Programm. Da konnte mit Kartoffeldruck ein großes Plakat gestaltet, das Mittagessen vorbereitet oder kleine Wurfbälle gebastelt werden, die noch den ganzen Tag immer wieder irgendwo durch die Luft flogen. Die anderen Wölflinge gingen auf Schatzsuche, denn immerhin ist Atlantis ja berühmt für seine ergiebigen Schätze und die gingen trotz unzähliger Gruppen nicht aus. Auch wenn sich die Suche einstweilen etwas schwierig gestaltete.

Wölfling malt Wölfling malt immer noch



Die Sippen begannen den großen Rohstoffhandel als Siedler von Catan. An jedem Posten mussten kleinere Aufgaben erfüllt werden, wofür man dann Schafe, Erze, Lehm oder Holz bekam. Plötzlich rannten also überall Sipplinge herum, die die komischsten Fragen stellten oder einfach nur irgendwelche ungewöhnlichen Sachen holen sollten. Welcher bösartigen Idee es zu verdanken war, vielleicht lag es aber auch daran, dass den Posten nichts kreatives mehr einfiel, irgendwann kam in jedem Fall die Idee auf, man könnte den Gruppen die Aufgabe geben, anderen Posten Wasser überzukippen. Innerhalb kürzester Zeit entbrannte somit eine Super-Wasserschlacht. Was dem guten Wetter sei Dank keine weiteren Folge hatte.

Kleinkinder der R/RsAuch die Rover befassten sich mit einem Postenlauf und hatten nicht minder Spaß. Besonders erwähnenswert bleibt die Leistung aus winzigsten Buchstabennudeln ganze Sätze zu formulieren. Am Nachmittag kam dann die Altpfadfindergilde aus Bad Homburg zu Besuch und man setzte sich bei herrlichem Sonnenwetter auf Kaffee und Kuchen zusammen. Auch unsere Familien mit kleinen Kindern kamen zu Besuch und so waren auf diesem Lager wirklich alle Altersgruppen vom Kleinstkind bis zum Altpfadfinder vertreten.

Der Abend begann mit dem großen Bezirksabend. Jeder Stamm präsentierte eine kleine Dartellung. Die Turtles begeisterten mit Feuerspucken und Jonglieren. Schinderhannes spielte ein Schattenspiel zur Herkunft ihres Stammesnamens. Die Schwalbacher Vaganten ließen ihren Stammesnamen vom Publikum rufen. Friedrichsdorf spielte Musik mit dem ganzen Publikum. Hierbei werden alle Gruppen in verschiedene Musikinstrumente eingeteilt und dürfen kräftig am Konzert mitwirken. Der Abend klang an einem wundervollen Feuer aus und es wurde noch lange gesungen. Auch die Wölflinge sangen noch in der Theaterjurte und genossen das Feuer. In der Roverjurte ging es dafür heute etwas ruhiger zu. Ein lustiger Kreis fand sich dafür heute oberhalb des Lagers zusammen. Und während die Sänger am Feuer langsam aufgaben, wurde hier noch kräftig über die Welt und das Pfadfinderleben diskutiert. Und auch diesmal war es schon Morgen als man das letzte Mal nach dem Rechten gesehen hatte und den Weg ins Bett fand.

Die Nacht war kurz und die Sonne rief schon mit den ersten Strahlen, als man sich auf den Weg zum Waschhaus machte. Wenige wache Gesichter trifft man zu so früher Stunde. Chrise war bereits am Frühstück vorbereiten für die Meute und der erste Gedanke nach dem Waschen ist: Kaffee kochen, damit die Rover wenigstens jetzt wieder fit werden. Außerdem musste ja auch die Meutenführung fit genug sein und so wurde ihnen der Kaffee im Schlafsack serviert. Noch bevor des Frühstück in den einzelnen Unterlagern fertig war, begann überall der Abbau und das ist auch ziemlich ungewöhnlich, geht doch normalerweise ohne Frühstück in Pfadfinderkreisen erst mal gar nichts. So lagen fast alle Kohten und Jurten schon zusammengepackt, bevor dann endlich das Frühstück fertig wurde. Danach begann wieder der bekannte Aufräummarathon und es war diesmal wirklich schwierig, das Material der einzelnen Stämme zu sortieren und unseres wiederzufinden. Danach versuchten wir, das ganze Meutengepäck auf den Anhänger zu laden und runterzufahren, wo der Bus abfahren sollte. Leider waren Eva, Helmi, Wehri und Lisa nicht ganz so erfolgreich beim Zuordnen der Fundstücke gewesen und so luden wir lauter Einzelteile ein. Für Eltern, die noch etwas suchen: es liegen noch etliche Teile im Heim. Der Bus kam gegen 13:00 Uhr und alle Stämme brachen nach einem gigantischen Abschlusskreis wieder Richtung Heimat auf.

Besonders schön war die hohe Zahl an Eltern im Heim, die glücklich ihre unverletzten, dafür nicht mehr ganz sauberen Kinder in Empfang nahmen. Nach dem restlichen Aufräum-, Putz- und Wegpackstress im Heim (dem Materialwart sei Dank, denn es ging ziemlich schnell) starteten die letzten anwesenden Rover noch einen gemütlichen Grillabend. Danach gingen alle ziemlich erschöpft, aber sehr glücklich über ein so schönes Lager nach Hause oder wahrscheinlich eher gleich ins Bett.

Monsi & Carsten