BdP Stamm Graue Wölfe Friedrichsdorf e.V.

Pressespiegel

Pfadfinder entsorgen Altlasten (aus: Taunus Zeitung)

Taunus Zeitung, Lokales, 20.04.09

Früher waren Eisenbahnschwellen als Baumaterial sehr gefragt, inzwischen ist jedoch klar: die Holzbohlen gefährden unsere Gesundheit. In einer großen Umbauaktion rückten die «Grauen Wölfe» ihrem Holz zu Leibe.

Fleißige Helfer graben die Bahnschwellen aus

Friedrichsdorf. Ausrangiert und teergetränkt sorgen Eisenbahnschwellen – einst ein beliebtes Baumaterial – heute besonders bei Gartenfreunden für Kopfzerbrechen. Auch bei den Pfadfindern «Graue Wölfe» wurden die urig aussehenden, massiven Eichenholzbohlen in den 1970er-Jahren am Hasenpfad verbaut.

Doch jetzt wissen die «Grauen Wölfe»: Das Material gilt mittlerweile als gesundheitsschädlich und muss als Sondermüll entsorgt werden. Als das Clubhaus bezogen wurde, boomte der Handel mit ausgedienten Eisenbahnschwellen noch. Bei den Pfadfindern kamen die Balken vor allem wegen der extremen Hanglage ihres Grundstücks zum Einsatz. In dem östlichen Teil des Areals – Richtung Bahnstraße – führen unzählige Treppenstufen. Die Holzpfosten verhinderten auf einer Gesamtlänge von etwa einhundert Metern ein Abrutschen des Erdreichs.

«Inzwischen sind viele Balken morsch geworden. Außerdem ging es uns darum, mit der Beseitigung der Bahnschwellen ein Zeichen zu setzen und beim Bau der Stützmauern auf umweltfreundliche Alternativen zurückzugreifen», berichtete Carsten Tusch vom «Unterstützungsverein Friedrichsdorfer Pfadfinder» (UFP). Geplant ist eine Konstruktion aus Stahlträgern, die fest im Boden verankert sind. In das Gerippe werden nacheinander massive Holzbalken eingelegt, so dass letztlich eine robuste und pestizidfreie Stützwand entsteht.

Umbau kostet rund 50 000 Euro

Tusch hat als Kassenwart natürlich auch den besten Überblick über die Kosten der Baumaßnahme, die ohne die Unterstützung einer Stiftung aus dem IT-Bereich in Höhe von 30 000 Euro nicht denkbar gewesen wäre. «Wir schätzen die Gesamtsumme auf rund 50 000 Euro, somit verbleibt ein Eigenanteil in einer Größenordnung von 20 000 Euro», rechnete der Senior Scout vor. Sodann trommelte der 120-Mitglieder starke Stamm zehn freiwillige Helfer zusammen, die das Grundstück binnen einer Woche in eine Großbaustelle verwandelten. In mühsamer Kleinarbeit hoben sie Gräben aus und entfernten gepflasterte Wege, bis am Ende gut vier Tonnen Bauschutt zum Abtransport bereitstanden. Als schwierigste Aufgabe erwies sich jedoch das Entfernen der rund 2,5 Meter langen und bis zu 120 Kilogramm schweren Bahnschwellen, die etwa zur Hälfte im Erdreich steckten. Sie wurden zunächst gelockert, um sie aus der Grube herauszuwuchten.

Krebserregende Stoffe

Dabei mussten Sicherheitshandschuhe getragen werden, damit über die Haut keine schädlichen Teeröle aufgenommen werden konnten. Weil das Benzopyren in der Imprägnierung als krebserregend bekannt ist, müssen Bahnschwellen nach der Altholzverordnung sogar einer speziellen Entsorgung zugeführt werden. Durch die Eigenleistungen der Jugendlichen konnten etwa 14 000 Euro eingespart werden, so dass gegenwärtig nur noch eine Finanzierungslücke von 6 000 Euro klafft.

Auch wenn nun ein Gartenbauunternehmen mit dem Bau der neuen Stützwand begonnen hat: Bis zum endgültigen Abschluss aller Arbeiten werden noch einige Wochen ins Land gehen. Aus diesem Grund wird die legendäre «Irish Night» in diesem Jahr voraussichtlich ausfallen.

Weitere Informationen unter http://www.graue-woelfe.de. Dort sind etwa eine Webcam und ein Bautagebuch zu finden. die
Aktuelle Seite: Startseite Pressespiegel Pfadfinder entsorgen Altlasten (aus: Taunus Zeitung)