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Pressespiegel

Fischer: Seriöses Tanzhaus für 400 Gäste (aus: Taunus Zeitung)

von Christiane Gensrich
aus der Taunus Zeitung vom 12.08.2008


"Friedrichsdorf. Die Stadt reagiert auf Anwohner-Proteste gegen die geplante Diskothek. Wie berichtet, soll im Kellergeschoss der stillgelegten Milupa-Teefabrik in der Industriestraße ein Tanzhaus mit 1000 Quadratmeter Fläche, aufgeteilt in mehrere kleinere Säle, entstehen. 13 Anwohner aus der Industriestraße haben Bedenken wegen Auto-Lärms angemeldet und befürchten Vandalismus. Zudem kursiert ein Flugblatt mit dem Titel «Komasaufen und Krawall». Erster Stadtrat Norbert Fischer (CDU) schickt jetzt ein städtisches Schreiben an die besorgten Bürger, in dem das Vorhaben erklärt wird. Der Politiker betonte, dass er die Ängste der Bürger ernst nehme und sagte: «Mit dem Schreiben wollen wir zur Versachlichung der Diskussion beitragen.»

Unterdessen liegt auch das Lärmschutzgutachten vor, wie der Besitzer der Immobilie, die Firma Zertus, auf Anfrage mitteilte. Prokurist Jens Dieckelmann berichtete: «Behördlicherseits ist da alles im grünen Bereich. In dem Gutachten wurde der laufende Betrieb des Tanzhauses bewertet.» Dazu zählen auch an- und abfahrende Autos und das Zuschlagen von Autotüren.

Fischer wiederum erklärte: «Natürlich ist es unser erklärtes Ziel, Industriebrachen einer Nutzung zuzuführen. Das heißt, dass wir zusammen mit dem Eigentümer des Gebäudes eine vernünftige und wirtschaftliche Nutzung suchen, die bau- und planungsrechtlich sinnvoll ist.» Und: «Schlimm wäre, wenn das Gebäude künftig leer stünde.» Zudem sei bei Umfragen in der Vergangenheit immer wieder gesagt worden, dass in Friedrichsdorf eine Diskothek fehle. Und der Tanzhaus-Betreiber Musik-Park-Concepts (MPC) GmbH aus Wertheim sei der größte Tanzhaus-Betreiber im deutschsprachigen Raum und sehr seriös.

Davon habe sich eine 18-köpfige Gruppe aus Vertretern aller Fraktionen überzeugt. Fischer: «Wir waren in einer Diskothek dieses Betreibers in Ludwigshafen und haben dort zwischen 20 und 22 Uhr den Betrieb besichtigt.» Schon im Eingangsbereich würde jeder Gast fotografiert und bekomme dann ein Kärtchen für den Verzehr. «Alles ist Top-organisiert. MPC könnte es sich gar nicht leisten, einen Laden aufzumachen, in dem es Ärger gibt.» Die Politiker hätten sich auch in Ludwigshafen bei Stadt und Polizei erkundigt, nirgends sei die MPC-Disco negativ aufgefallen. Und: Die Zielgruppe seien zwar 18 bis 45 Jahre alte Gäste, der Betreiber sei aber auch in der Lage, nachmittags eine Jugenddisco zu veranstalten. Im Übrigen sei die Teefabrik-Nutzfläche von 1000 Quadratmeter für den Tanzbereich nicht sonderlich groß: «Da passen zur Spitzenzeit 400 bis 500 Gäste hinein, aber nicht mehr.» Was die Stellplätze betrifft, so seien 306 lärmgeschützte Parkplätze auf zwei Ebenen geplant. Ähnlich wie am Kronberger Bahnhof.

Aber das Tanzhaus im Keller macht das Teefabrik-Gebäude noch nicht voll. Fischer: «Der Investor hätte dort gerne auch ein Entertainment-Center.» Damit ist ein Spielsalon mit Glücksspielautomaten, Computern und eventuell auch Billardtischen gemeint. «Bau- und planungsrechtlich könnte das zugelassen werden», so Fischer, räumte aber ein: «Wir von der Verwaltung wären über so eine Lösung nicht glücklich.» Auf keinen Fall werde in der Industriestraße jedoch Innenstadt-relevanter Handel zugelassen. Fischer: «Das ist unsere erklärte und richtige Strategie im Hinblick auf die Entwicklung des großen Milupa-Geländes an der Bahnstraße.» (Dort ist ein Einkaufszentrum geplant.) Denkbar seien in der Industriestraße aber Handel, Arztpraxen und Büros. Allerdings stünden derzeit noch längst nicht alle Fakten für die künftige Nutzung der Teefabrik fest. «Wenn es soweit ist, werden wir selbstverständlich die politischen Gremien und die Bürger einbinden», so Fischer. Hier werde nichts ohne Beteiligung der Bürger gemacht. Das sei in der Stadt eine gute Tradition und auch im Sinne des Bauherrn und des Tanzhaus-Betreibers. Fischer stellte aber auch fest, dass die Teefabrik nunmal in einem Industriegebiet liege. «Dort wäre auch Produktion im Schichtbetrieb möglich. Wir wollen jedoch eine Umnutzung zu einer Verkaufs-, Büro- und Versammlungsstätte.» Fischer weiter: «Genehmigungsbehörde ist der Hochtaunuskreis.» Der sei auch für den Immissionsschutz zuständig. Sache der Stadt jedoch sei die Stellplatzsatzung."
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